5. Übungen zur zeitlichen Koordination

6. Zählmuster in den lateinamerikanischen Tänzen


Einleitung Merengue




Schon Ludwig der XV war ein begeisterter Anhänger der "Meringues", jener Süßspeise aus Eischnee und Zucker. Ob er danach "Merengue" tanzte, um die überflüssigen Pfunde wieder ab zu trainieren, ist unbekannt. Dennoch spricht viel dafür, dass diese, in der Schweiz erfundenen Baisers, als Namensgeber für den heute beliebtesten lateinamerikanischen Paartanz Pate gestanden haben. Wahrscheinlich wurden die Meringues von französischen Kolonialisten nach Haiti gebracht. Unklarer ist die Entwicklung der Musik und des Tanzes.
Als Volkstanz wurde er von den höheren Gesellschaftsschichten ignoriert. Man kann jedoch davon ausgehen, dass die Merengue schon im 19. Jahrhundert große Popularität unter der Landbevölkerung besaß. Heute kann er als Nationaltanz Haitis und der Dominikanische Republik bezeichnet werden. Um die Entstehung des Tanzes ranken sich die unterschiedlichsten Geschichten, wie z.B. die, dass ein berühmter Held sich in einer der vielen Revolutionen eine Beinverletzung zugezogen hatte. Beim Fest seiner Rückkehr tanzten nun alle Dorfbewohner ihm zu Ehren so, als hätten sie ein verletztes Bein. Eine andere Geschichte erzählt von den an einem Bein angeketteten Sklaven, die zum Rhythmus einer Trommel das Zuckerrohr schneiden mussten, eine andere von Piraten mit Klumpfüßen …. Ich selbst lernte die Merengue als "afrikanischen Hinketanz" kennen.
Die Dominikaner selbst sehen in ihm eine Verbindung zwischen afrikanischem Tanz und französischem Menuett. Menuett wurde demnach in den Häusern der Plantagenbesitzer getanzt. Die Sklaven sahen dies, und fingen an, ihre Herren zu imitieren. Die europäische Form des Tanzens war ihnen allerdings zu langweilig, und so begannen sie, Sprünge etc. hinzuzufügen. Diese "Original Merengue" war allerdings kein Paar- sondern ein Gruppentanz, dem das heute typischste Bewegungselement, das Schwingen der Hüften, gefehlt haben soll.
Der wahrscheinlichste Ursprung liegt wohl in einem Tanz aus Havanna namens "Urpa" oder "Upa Habanera", der 1840 nach Santo Domingo gelangte und einen als "Merengue" bezeichneten Satz beinhaltete. Heute ist die Merengue ein Paartanz im 2/4 Takt, bei dem auf jeden Taktschlag ein Schritt gesetzt wird. Damit hat er viel Ähnlichkeit mit dem in Europa und Amerika verbreiteten "Onestep". Das Grundmuster ist sehr einfach, und besteht aus zwei Schritten. Die Kunst liegt vor allem in der Bewegung der Hüfte, bei einem gleichzeitig, relativ ruhig gehaltenen Oberkörper. Die Ausgangsposition für die so genannte Ballsaal- Merengue ist der "Paso de la empalizada", ein Seitwärtsschritt, in dessen Anschluss sich man nach links oder rechts dreht. Bei dieser Form der Merengue bleibt das Paar die ganze Zeit in Tanzhaltung verbunden. Ein anderer Stil des Merengues ist der "Merengue de figura", der viele gewickelte Drehungen beinhaltet und die Partner sich lediglich an den Händen berühren. Heute werden beide Stile meist gemischt.

Auf einen Blick:
Art:      Paartanz (Gesellschaftstanz)
Musik:    2/4 Takt; Merengue, Lateinamerikanische Musik, Popmusik, Latin Rock
Tanzhaltung:   Geschlossene/offene Tanzhaltun
Geschwindigkeit:    ca. 60 bis 80 Takte pro Minute (120 bis 160 beats per minute)

Entstehungszeit ca. 1970er Jahre Gruppe Die Merengue gehört zur Gruppe der Lateinamerikanischen Tänze.

5. Übungen zur zeitlichen Koordination

Natürlich ist das nicht immer so einfach wie bei der Merengue.
Wenn auf jeden 2. Taktschlag ein Schritt gesetzt werden soll, ist das auch regelmäßig, aber schon etwas schwieriger.
In den folgenden Übungen geht es genau darum:


Einleitung Merengue




Schon Ludwig der XV war ein begeisterter Anhänger der "Meringues", jener Süßspeise aus Eischnee und Zucker. Ob er danach Merengue tanzte, um die überflüssigen Pfunde wieder ab zu trainieren ist unbekannt. Dennoch spricht viel dafür, dass diese in der Schweiz erfundenen Baisers als Namensgeber für den heute beliebtesten lateinamerikanischen Paartanz Pate gestanden haben.
Wahrscheinlich wurden die Meringues von französischen Kolonialisten nach Haiti gebracht. Unklarer ist die Entwicklung der Musik und des Tanzes. Als Volkstanz wurde er von den höheren Gesellschaftsschichten ignoriert. Man kann jedoch davon ausgehen, das der Merengue schon im 19 Jahrhundert große Popularität unter der Landbevölkerung besaß. Heute kann er als Nationaltanz Haitis und der Dominikanische Republik bezeichnet werden.
Um die Entstehung des Tanzes ranken sich die unterschiedlichsten Geschichten, wie z.B. die, dass ein berühmter Held sich in einer der vielen Revolutionen eine Beinverletzung zugezogen hatte. Beim Fest seiner Rückkehr tanzten nun alle Dorfbewohner ihm zu Ehren so, als hätten sie ein verletztes Bein. Eine andere Geschichte erzählt von den an einem Bein angeketteten Sklaven, die zum Rhythmus einer Trommel das Zuckerrohr schneiden mussten – wieder Andere, von den Piraten die mit ihren Klumpfüßen ...... . Ich selber lernte die Merengue als „afrikanischen Hinketanz“ kennen. Warum man den Merengue mit „Klumpfüßen“ in verbindung bringen muss, ist mir jedoch bis heute unklar.
Die Dominikaner selber sehen in ihm eine Verbindung zwischen afrikanischen Tanz und französischem Menuett. Menuett wurde demnach in den Häusern der Plantagenbesitzer getanzt. Die Sklaven sahen dies, und fingen an ihre Herren zu imitieren, aber die europäische Form des Tanzens war ihnen zu langweilig, und so begannen sie Sprünge etc. hinzu zu fügen. Diese „Original Merengue“ war allerdings kein Paar- sondern ein Gruppentanz, die dem das heute typischste Bewegungselement, das Schwingen der Hüften, gefehlt haben soll, da dieses primitiv sexuelle Schwingen zutiefst „unafrikanisch“ gewesen sei – und ist .... - und lediglich auf einer Erfindung Hollywoods beruht. Die wahrscheinlichste Herleitung ist jedoch, dass um 1840 ein Tanz aus Havanna namens „Urpa“ oder „Upa Habanera“ der einen einen als „Merengue“ bezeichneten Satz beinhaltete nach Santo Domingo gelangte.
Heute ist der Merengue ein Paartanz im 2/2tel Takt, bei dem auf jeden Taktschlag ein Schritt gesetzt wird. Damit hat er viel Ähnlichkeit mit dem in Europa und Amerika verbreiteten „Onestep“. Das Grundmuster ist sehr einfach, und besteht aus zwei Schritten. Die Kunst liegt vor allem in der Bewegung der Hüfte, bei gleichzeitig relativ ruhigem Oberkörper.
Die Ausgangsposition für die so genannte Ballsaal- Merengue ist der "Paso de la empalizada", ein Seitswärtsschritt , in dessen Anschluss sich man nach links oder rechts dreht. Bei dieser Form der Merengue bleibt das Paar die ganze Zeit in Tanzhaltung verbunden. Ein andere Stil des Merengues ist der "Merengue de figura" bei dem viele gewickelte Drehungen erfolgen, und die Partner sich lediglich an den Händen berühren. Heute werden beide Stile meist gemischt.


Übung:
Wir simulieren einen 4/4 Takt. Dazu nutzen wir die Anfangszeile des Kinderliedes „Meister Jakob“ und betonen jeweils die erste Silbe.

    a) Auf die betonten Silben „Mei“und „Ja“ wird jeweils ein Schritt gesetzt (Zählzeiten „1“ und „3“).

Wenn man die Schritte auf die betonten Schläge der Musik setzt, nennt man das „on-beat“, auf den Schlag. Es gibt es so etwas wie ein Grundbedürfnis, den Schritt auf den betonten Schlag zu setzten. Wir empfinden das als richtig, natürlich und abgeschlossen. Deswegen funktionieren Wanderlieder oder Märsche auch so gut.

Video | on beat | Video auf bebop's game YOUTUBE

    b) Man kann die Schritte aber auch auf die unbetonten Schläge („ster“ und „kop“ Zählzeiten „2“ und „4“) setzen. Man nennt das „off-beat“. Das fühlt sich nicht so abgeschlossen an wie der „on-beat“, man hat eher das Gefühl, der Schritt bleibt „dazwischen“ und die Bewegung muss fortgeführt werden


Video | off beat | Video auf bebop's game YOUTUBE



Video | off/onbeat im Vergleich | Video auf bebop's game YOUTUBE

Wir bleiben jetzt bei der Ausführung von „b“, dem ungewohnten „off-beat“.

Spielregel: Auf den Zählzeiten „2“ und „4“ eines 4/4 Taktes soll das Gewicht vollständig von einem Bein auf das Andere übertragen worden sein.

Jetzt müssen wir noch wissen, wie die Bewegung gemacht werden soll. Das ist davon abhängig, welchen Tanz wir tanzen wollen. In diesem Fall – es soll ein einfacher Swing werden - ein bisschen so, wie ein Steh-auf-Männchen, Charly Chaplin, oder ein Sumo-Ringer sie machen würden.

Spielregel: Dabei soll man sich bewegen wie Charly Chaplin.

Diesen Teil sollte man sich besser anschauen:

Video | Grundbewegung 4er Swing | Video auf bebop's game YOUTUBE

Jetzt brauchen wir noch einen Spielauftrag. Wir nehmen einfach denselben wie bei der Merengue:
Spielauftrag: Die Partner fassen sich an den Händen. Der /die Führende dreht seinen Partner wieder mit Hilfe der Arme – und auch sich selbst; die Partner verknoten und entknoten sich.
Das Ergebnis könnte wie folgt aussehen:

Video | alles zusammen | Video auf bebop's game YOUTUBE

6. Zählmuster in den lateinamerikanischen Tänzen

Bei dem Gezeigten, bzw. Beschriebenen handelt es sich um ein sogenanntes 4er Muster. Diese Bezeichnung rührt daher, dass man die Zeit, die man für eine Bewegungssequenz braucht, anhand der Taktschläge zählt. In diesem Fall braucht man 4 Taktschläge (aber nur 2 Schritte!) um wieder dort anzukommen, wo man begonnen hat. Das wichtigste Muster innerhalb der Gruppe der Lateinamerikanischen Tänze – zu denen auch die Swing Tänze gerechnet werden – ist allerdings das 8ter Muster.


6.1 8ter Muster (8-Count)

Den meisten Lateinamerikanischen Tänzen liegt ein sogenanntes "8ter Muster" (8 Count) zugrunde. Das bedeutet, dass man 8 Taktschläge braucht, bevor sich die Bewegungssequenz wiederholt.

Übung:

Um einen sich über zwei 4/4 Takte erstreckenden Zeitrahmen zu simulieren, sprechen wir zweimal die Anfangszeile unseres Liedes "Meister Jakob" (jeweils 4 Zählzeiten). Auf die ersten drei Silben (Mei -ster-Ja...) soll jeweils ein Schritt gesetzt werden, auf der 4. Silbe (…kop) verharrt man einfach auf dem Bein, auf dem man nach dem 3. Schritt angekommen ist. Dann wiederholt sich das Ganze. Diesmal beginnt die Sequenz mit dem anderen Bein. Dann wiederholt man beide Sequenzen.
Anders gesagt: man macht immer drei Schritte, und dann eine Pause.
Während man nach dem 3. Schritt pausiert, sollte man ganz auf dem belasteten Bein stehen können.
Es ist im Moment völlig egal, wohin man die Schritte setzt, solange man im zeitlichen Rahmen verbleibt, und nach dem 3. Schritt auf dem belasteten Bein stehen kann, ohne umzufallen.
Bei dieser Übung kommt es auch noch nicht darauf an, sich auf eine bestimmte Art zu bewegen. Die Spielregeln sind also denkbar einfach 😉.


Übung: 8ter Muster mit Spielauftrag

Um diese Übung gemeinsam mit einem Partner „spielen“ zu können, brauchen wir wieder einen Spielauftrag.

Spielauftrag: Die Partner fassen sich an den Händen und drehen, bzw. verknoten sich.

Das Ganze könnte nun so aussehen:

Mit Musik könnte das Ganze so aussehen:

Video | 8ter unspezifisch | Video auf bebop's game YOUTUBE


Wollen wir eine tanzen,Wollen wir einen auf einem 8ter Muster basierenden Tanz wie z.B. SALSA tanzen, müssen wir allerdings wissen "wie" die Bewegungen bei diesem Tanz gemacht werden sollen. Bei der Salsa wäre das ungefähr so, wie wir es schon bei der Merengue kennengelernt haben.


Video | Salsa | Video auf bebop's game YOUTUBE




Einleitung Salsa




"Vor allem ist der Begriff Salsa eine Erfindung, um es Leuten, die, die Musik nicht gut kennen, einfacher zu machen, eine musikalische Stilrichtung zu bestimmen." (Ray Barretto, puertorikanischer Musiker)

Die Salsa – eigentlich eine scharfe Soße, oder eine besonders heiße Stilrichtung des Mambos – hat als musikalischer Mix seit den 60iger Jahren großen Anklang gefunden. Musikalisch besticht sie durch ihren temperamentvollen Rhythmus, tänzerisch durch ihre lockere Vielseitigkeit. Nicht dem Reglement des Turniertanzes unterworfen, konnte sie sich als eine art "Streetdance" entwickeln, der sehr viel individuellen Spielraum gibt.
Dabei wurden die europäischen und afrikanischen Elemente fleißig gemixt. Angefangen hat das Mixen schon zu frühen Kolonialzeiten auf Kuba, aber der wichtigste "Mix" fand in den 40iger Jahren mit der Entstehung des Mambos in den USA statt. Eigentlich war der Mambo ein Gespräch zwischen Trommeln und Göttern. Dabei wurden die Trommeln in verschiedenen Rhythmen geschlagen. So entstand eine polymetrische Unterhaltung. Dieses vermeindlich rhythmische Durcheinander wirkt auf Anfänger oft verwirrend, hat es sich aber einmal geordnet, kann der Mambo richtig süchtig machen. Die Grundzutaten der Salsa bestehen vor allem aus der im Mambo vollzogenen Verschmelzung afrokubanischer Rhythmik mit nordamerikanischem Jazz. Die richtig scharfe Soße entstand durch das Hinzufügen einiger weiterer rhythmischen Zutaten, wie z.B. der Bomba und Plena aus Puerto Rico.
Gemischt wurde zunächst in New York. Von dort wanderte die neue Musik zurück in ihre Heimatländer. Nach Kuba kam sie allerdings aufgrund der politischen Situation erst recht spät, da die dort lebenden Musiker nur selten ins Ausland durften. Dies änderte sich erst, als die kubanische Regierung durch die Auflösung der UdSSR, und dem damit verbundenen Wegfall der Wirtschaftshilfe gezwungen war, eine liberalere Politik zu betreiben. Heute ist Kuba zusammen mit Puerto Rico eines der größten Salsa-Zentren außerhalb der USA. Die größten Salsa Festivals finden aber auch weiterhin in den USA statt, wie das alljährliche Salsa-Festival im Madison Square Garden in New York, und dem "Carnaval en la Calle Ocho" in Miami.
Obwohl man sagen kann, dass die Salsa eine sehr junge musikalische Entwicklung ist, gibt es aufgrund ihrer großen Beliebtheit in den Lateinamerikanischen Ländern inzwischen unzählige Stilrichtungen, bei denen auch die Texte von großer Wichtigkeit sind. Angefangen bei der "salsa erótica" und der "salsa romántika", bis hin zur Jazz-Salsa – und zu all diesen Stilrichtungen wird getanzt. Mal romantisch und weich, an die Rumba angelehnt, mal schnell und rhythmisch, mit klaren Mamboelementen.
Rhythmisch steht die Salsa in der Tradition des Swing. Die Betonung liegt auf der 4. Zähleinheit bei leichter Nebenbetonung des 2. Schlages. Dies geschieht durch die Rhythmusinstrumente - allen voran durch Bongo und Tumba. Der Gesang folgt meist der europäischen Tradition, und betont den 1. und 3. Schlag. Dieses Spannungsverhältnis erzeugt den typischen Salsa-Sound. Die Geschwindigkeit umfasst einen außergewöhnlich großen Bereich von 40 bis 60 Takten pro Minute. Eine offizielle "Teilung" in verschiedene Tänze, wie wir sie vom Foxtrott kennen, hat es nie gegeben, ebenso wenig wie eine verbindliche Festlegung des Figurenrepertoires, oder eines bestimmten Grundschrittes. Infolgedessen sind wir mit den unterschiedlichsten Tanzstilen konfrontiert, von denen der sog. "Cuban-Stile", und der "Los Angeles-Stile" die wohl in Deutschland momentan populärsten tänzerischen Stilrichtungen sind.

Auf einen Blick:
Art:      Paartanz (Gesellschaftstanz)
Musik:    4/4 Takt; Salsa, Lateinamerikanische Musik, Popmusik, Latin Rock
Tanzhaltung:   Geschlossene/offene Tanzhaltung
Geschwindigkeit:    ca. 40 bis 60 Takte pro Minute (120 bis 240 beats per minute)

Entstehungszeit ca. 1970er Jahre Gruppe Die Salsa gehört zur Gruppe der Lateinamerikanischen Tänzen.


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